Leistungsspektrum

Für alle nachfolgend benannten Leistungen dient der Hilfeplan nach § 36 SGB VIII als Handlungsgrundlage für die Ausgestaltung der konkreten Hilfe.

Er setzt die Mitwirkung der Personensorgeberechtigen und die des Kindes bzw. Jugendlichen voraus und dient als Basis für die gezielte Planung der Hilfe, darüber hinaus aber auch für die Kontrolle des fachlichen Handelns, der Effizienz der geleisteten Hilfe und der in Einsatz gebrachten Mittel.

Er stellt ein Instrument der Koordinierung und gleichzeitig ein Instrument zur Selbstkontrolle der Beteiligten dar.

§ 30 SGB VIII Erziehungsbeistand und Betreuungshilfe

Der Erziehungsbeistand soll das Kind oder den Jugendlichen bei der Bewältigung von Entwicklungsproblemen möglichst unter Einbeziehung des sozialen Umfeldes unterstützen und unter Erhalt des Lebensbezugs zur Familie seine Verselbständigung fördern.

Kids Power achtet bei der Arbeit mit dem Kind/ Jugendlichen darauf, das Familiensystem mit einzubeziehen. Störungen im Gesamtsystem Familie können weitergehende Auswirkungen auf den jungen Menschen haben. Dies zu beachten und grundlegende Konflikte mit den Beteiligten zu bearbeiten, sehen wir als notwendige Aufgabe, um generationsübergreifende Themen zu bewältigen und bestenfalls aufzulösen.

Betreuungshilfe dient jungen Menschen, die sich auf dem Weg in die Wiedereingliederung des sozialen Umfeldes befinden. Dabei gilt die Vermeidung der Wiederholung der geahndeten Regelüberschreitungen und -brüche unter Berücksichtigung der Einsicht in die zugrundeliegende Motivation der Handlung als oberes Ziel.

Kids Power beachtet hierbei zugrundeliegende Störungsbilder im Gesamtsystem und arbeitet an deren Auflösung. Die Fachkräfte unterstützen die Kinder und Jugendlichen bei dem Weg aus der Orientierungskrise. Dabei ist es immer das Anliegen der Fachkräfte, die größtmögliche Schnittmenge von Angeboten und Handlungskompetenzen auf der einen Seite und den Bedarfen und Handlungsmöglichkeiten der Betroffenen andererseits als Arbeitsgrundlage zu schaffen.

§ 31 SGB VIII Sozialpädagogische Familienhilfe

Sozialpädagogische Familienhilfe soll durch intensive Betreuung und Begleitung Familien in ihren Erziehungsaufgaben, bei der Bewältigung von Alltagsproblemen, der Lösung von Konflikten und Krisen sowie im Kontakt mit Ämtern und Institutionen unterstützen und Hilfe zur Selbsthilfe geben. Sie ist in der Regel auf längere Dauer angelegt und erfordert die Mitarbeit der Familie.

Als Grundlage des Aufbaus eines Arbeitsbündnisses und als Voraussetzung gelingender Arbeit dienen

• Sozialpädagogische und systemische Diagnostik
• Verstehen der Familiendynamiken
• Verstehen der Kommunikationsprozesse von bisherigen Problemlösungsstrategien und –kulturen
• Anerkennung der vormaligen Leistungen
• Transparenz und wertschätzende Arbeitsweise

Zur Auftragsklärung zählen in der Clearingphase die umfangreiche Problemanalyse und die Zielentwicklung mit der Planung individueller Handlungsschritte. Die Planung und Umsetzung individueller Lösungen unter Berücksichtigung von Partizipation der Beteiligten stehen für einen gelingenden Alltag der Familien.
Dabei ist das Herbeiführen neuer Sichtweisen die Basis von zielführenden Veränderungen für die Familien.

§ 35 SGB VIII Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung

Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung soll Jugendlichen gewährt werden, die einer intensiven Unterstützung zur sozialen Integration und zu einer eigenverantwortlichen Lebensführung bedürfen. Die Hilfe ist in der Regel auf längere Zeit angelegt und soll den individuellen Bedürfnissen des Jugendlichen Rechnung tragen.

Die Hilfe richtet sich an junge Menschen, die der Erziehung in betreuten Wohnformen ablehnend gegenüberstehen oder durch deren Gruppencharakter überfordert wären.

Diese Hilfeform trifft vor allem dann zu, wenn nur durch eine besonders intensive sozialpädagogische Leistung eine Situationsveränderung für den jungen Menschen herbeigeführt werden kann.

§ 35a SGB VIII Eingliederungshilfe (in ambulanter Form)

• im familiären Alltag
• als Schulbegleitung

Kinder und Jugendliche haben Anspruch auf Eingliederungshilfe, wenn ihre seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als 6 Monate von dem für ihr Lebensalter typischen Zustand abweicht und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist oder eine solche Beeinträchtigung zu erwarten ist. Hinsichtlich der Abweichung hat ein Träger der öffentlichen Jugendhilfe die Stellungnahme einer dafür im Gesetz vorgegebenen Fachkraft einzuholen.

Kids Power leistet diese Hilfeform ausschließlich in ambulanter Form. Im Team von Kids Power verfügt eine Fachkraft über die Zusatzqualifikation Heilpädagogik; weitere Fachkräfte haben sich auf dem Gebiet der Autismus-Spektrum-Störung und anderer Störungsbilder weitergebildet. Die Fachkräfte setzen sich intensiv mit den entsprechenden jeweilig spezifischen Problemstellungen und aktuellen Themen auseinander.

Die Fachkräfte nehmen dazu regelmäßig an Fortbildungen teil und kooperieren eng mit den dafür zuständigen Ambulanzen (Autismusambulanz, SPZ, KJP u.a.)

§ 41 SGB VIII Hilfe für junge Volljährige

Einem jungen Volljährigen soll Hilfe für die Persönlichkeitsentwicklung und zu einer eigenverantwortlichen Lebensführung gewährt werden, wenn und solange die Hilfe aufgrund der individuellen Situation des jungen Menschen notwendig ist.

Kids Power unterstützt und begleitet junge Volljährige bei der Verselbständigung.

Aufsuchende Familientherapie

Die Beauftragung erfolgt durch das Jugendamt (ASD) und wird durch die Festschreibung der Zielstellungen im gemeinsamen Beratungsgespräch (Hilfeplangespräch) mit allen Beteiligten (ASD, Familie, Helfer) des Hilfeplanes beschlossen.

Zielgruppe
Die Hilfe richtet sich an Multiproblemfamilien, welche
• mit bisherigen Hilfen nicht erreicht wurden
• bereits über längere Zeiträume mit bestehenden Konflikten kämpfen
• oftmals über mehrere Generationen betreut wurden